Die berühmte “Patriotsgruppen” in sozialen Netzwerken förden russische Geheimdiensten

Das Ziel des Kremls ist es, die Ukraine zu ruinieren, erschöpfen, entkräften und zu spalten. Dafür kämpft sich der Angreifer unermüdlich und ununterbrochen an allen Fronten mit uns. Der Kampf findet nicht nur direkt im Donbass statt, sondern handelt man hinterlistig auch: man bildet in sozialen Netzwerken sogenannte “Patriotsgruppen”, wo man verschiedene Falschmeldungen postet. Wegen diesen Meldungen sind die Nutzer zu anti-ukrainischen/pro-russischen Aktionen aufgewiegelt. Ihre Bemühungen werden jedoch häufig von Angestellten des Sicherheitsdienstes der Ukraine zunichte gemacht.

Jeder kann in die listigen Fallen der russischen Geheimdienste geraten. Dafür erzählte der Zeitung “Fakty” der Berufsoffizier des Departaments des Abwehrschutzes der staatlichen Informationssicherheit beim Sicherheitsdienst der Ukraine Oleg Samoilenko.

Oleg, in einem Interview, das Sie vor genau zwei Jahren den Fakty gegeben hatten, haben Sie festgestellt, dass die Russen in den letzten Jahren verstärkt daran gearbeitet haben, Internet-Ressourcen zu schaffen, die angeblich patriotisch, d.h. pro-ukrainisch sind.

– Ja, es ist die Wahrheit. Ein von den auffälligsten Beispielen für solche Technologie ist die Tätigkeit eines Bürgers der Russischen Föderation, Sergey Zhuk alias Stepan Mazur, alias Mykola Gaiduk. Im Februar 2017 haben wir ihn entlarvt und die Sperrung von Konten sichergestellt, die er in sozialen Netzwerken erstellt und verwaltet hat: „Patrioten der Ukraine“, „Ukrainische Revolution“, „Alle auf den Maidan“, „die Fortführung der Revolution der Würde“, „Maidan-3“, „Wir sind die Patrioten der Ukraine”. Das Gesamtpublikum dieser Konten erreichte eine halbe Million Mitglieder.

Ist Sergey Zhuk mit den Geheimdiensten Russlands verbunden?

— Wir können sein Engagement im FSB nicht zuverlässig bestätigen, schließen wir das aber nicht aus. Er hat sich also nicht beruhigt, jetzt arbeitet er wieder und dazu sehr fruchtbar.

Welche Angaben haben Sie über ihn?

— Er wurde 1981 geboren, wohnt in Moskau. Wir kennen fast den ganzen seinen Lebenslauf, seine Gewohnheiten und noch mehr, sogar sein Handynummer.

In den Jahren 2014-2015 war Sergey Zhuk im Donbass. Er kämpfte sich auf der Seite der Separatisten, mit dem Decknahme „Moskau“. Damals veröffentlichte er auf seiner persönlichen Seite viele Fotos aus Donezk. Er mochte es, mit der Waffe in seinen Händen zu posieren. Es ist bekannt, dass er an der Folter unserer Kriegsgefangenen teilgenommen hat, es gibt viele herzzerreißende Videos auf seinem YouTube-Kanal.
Gibt es Versuche, ihn dafür zumindest in Abwesenheit zu verurteilen?

Das ist die Zuständigkeit der Militärstaatsanwaltschaft. An die Materialien gegen Sergey Zhuk, die sie haben, geben wir unsere eigenen weiter. Nach seinem Rückkehr aus dem Krieg ist Zhuk als Kämpfer der Informationsfront geworden und begann sich als ukrainischer Patriot benehmen.

 

Arbeitet er allein?

Höchstwahrscheinlich nein. Eine Person kann sich nicht in einer Stunde hinsetzen und qualitativ hochwertige falsche analytische Artikel herstellen. Diese Arbeit wird eindeutig vom Stammpersonal der Geheimdienste ausgeführt. Wir glauben, dass Zhuk von Spezialisten des Zentrums der Informationssicherheit des russischen Geheimdienstes (dem sogenannten 18. Zentrum) überwacht werden kann. Es ist festgestellt, dass Zhuk am Vorabend der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen ein neues großes Projekt ins Leben eingeführt hatte, um die Lage in der Ukraine zu destabilisieren und zu verschärfen. Er hat eine neue Gruppe „Ukrainische National-Patrioten“ auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube erstellet und verwaltet. Das heißt, diesw Gruppe ist in den berühmtesten sozialen Netzwerken vorgestellt. Und für die Verbreitung besonders wichtigen Nachrichten nutzt Zhuk solche Messenger wie Telegram und Viber.

Wer bestäht in dieser Gruppe? Sind das echte Leute?

Die meisten, ja. Er hat 170 Tausend Abonnenten nur auf Facebook. Das sind Einwohner aus Kiew, Charkow, Dnipro usw., also aus der ganzen Ukraine. Diese Gruppe schreibt aktiv über Aktionen und Protesten, die echte national-patriotische Bewegungen organisieren. Zum Beispiel, Zhuk postete die Informationen zur Kampagne „Keine Kapitulation!“ gleich nach den echten Konten.

— Wie haben Sie dieses Mal diesen Zhuk wieder bemerkt?

Wir haben vergleichende Analyse der Artikel gemacht. Es stellte sich heraus, dass die Materialien stilistisch sehr ähnlich sind (95 Prozent), dass sie dasselbe Video- und Fotomaterial behalten. Dann stellte sich heraus, dass die IP-Adressen, von denen die Materialien in das Netzwerk geladen waren, und die Postanschriften der russischen Domain identisch sind.

Wie viele solche Zhuken“ gibt es noch in sozialen Netzwerken?

Dutzende. Das sind die Elementen des Informationskrieges gegen die Ukraine.

Sie haben also die Gruppe „Ukrainische National-Patrioten“ und ihre Zweige identifiziert. Und wie kann man dieses mächtige Netzwerk sperren?

Wir wenden uns an den technischen Support von Facebook und anderen sozialen Netzwerken, damit diese Ressourcen gelöscht oder blockiert werden.

Andere „Zhuken“ werden aber sofort neue Projekte erstellen.

Auf diese Projekte wartet dasselbe Schicksal.

Hinter jedem falschen Konto stehen echte Personen …

Richtig. Seit dem Anfang der Informationsaggression der Russischen Föderation gegen die Ukraine wurden 214 Strafverfahren gegen Personen registriert (32 im Jahr 2019 angestrengt).

Wie schaffen Sie, diese Persone zu finden?

Wir überwachen soziale Netzwerke, lesen, worüber sie dort schreiben, wer und welche Kommentare lässt in sozialen Netzwerken bezüglich der letzten Ereignißen.

Vorkurzem haben wir in Kiew einen Arbeitslosen festgenommen, der in sozialen Netzwerken die Aufrufe die territoriale Integrität der Ukraine zu stürzen verbreitete. Außerdem sammelte er die Informationen über die Unterkunft von unseren Militäreinheiten. Er übermittelte diese Information an die Geheimdienste der Russischen Föderation.

Wie engagiert man solche Zhuken“ ?

Die Fachleute untersuchen das Profil des Objekts in sozialen Netzwerken, sein Foto (von ihnen können Sie verstehen, wie seine finanzielle Situation ist), alles, was er auf seiner Seite postet. Dannach versendet man eine Freundschaftsanfrage, man macht viele Kommentare zu seinem Beitragen. Wenn jemand die Ideologie der sogenannten russischen Welt unterstützt, ist die Aufgabe viel einfacher.

Und wie findet ein Unerfahrener heraus, wer sich auf dem Bildschirm seines Monitors spiegelt – ein potenzieller Freund oder ein Agent von Geheimdiensten eines Nachbarstaates?

Viele surfen jetzt in sozialen Netzwerken. Daher sollten sie lernen, alle Informationen zu überprüfen. Es ist nicht schwer. Bei einem echten Benutzer finden Sie immer seine Fotos, einige Daten über ihn, Texte und Videos, die er veröffentlicht, Gefällt mir“ – oder „Super“ -Marken. Und wenn es auf dem Konto nur ein Foto und ein paar Kommentaren gibt, sollten Sie sofort aufpassen. Wenn Sie zu einer Gruppe eingeladen werden, finden Sie heraus, wer der Administrator ist, und überfliegen Sie das Profil sorgfältig. Jetzt setzt der technische Support Facebook ein blaues Häkchen auf den Seiten der Gruppen. Dies bedeutet, dass die Überprüfung durchgeführt wurde und die Seite echt ist. Sie müssen auch darauf achten, wie Informationen von diesen gefälschten Konten verbreitet werden. Wenn es voller Kommentare von Experten oder ehemaligen Kämpfern ist, kann es nicht nutzlos sein zu überprüfen, ob solche Einheit, ein Soldat oder ein Experte überhaupt existiert. Nachdem Sie das gemacht haben, haben Sie sich für die Zukunft versichert.

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