Viel Peitsche für Putin – und ein bisschen Zuckerbrot

Viel Peitsche für Putin – und ein bisschen Zuckerbrot

Diese Psycho-Taktik hat er im Gepäck

Russlands Präsident Wladimir Putin (69) hat die Ukraine mit seinem Aufmarsch von 130 000 Soldaten umzingelt. Medienberichten zufolge soll in US-Geheimdienstinformationen der 16. Februar als mögliches Datum einer russischen Militäraktion erwähnt worden sein. Schon Mittwoch könnte also der Angriff beginnen, mit Panzern, die über die Grenze rollen, Kampfjets, die Richtung Kiew donnern und Kriegsschiffen, die von der See aus angreifen.

Ukraine-Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj hat daraufhin gestern den möglichen Angriffstag zum „Tag der Einheit“ erklärt. Die USA verlegen derweil ihre Botschaftsgeschäfte nach Lwiw (Lehmberg) nahe der Grenze zu Polen. In Kiew bleibt nur ein Minimum des Personals.

Als Zeichen der Solidarität flog Scholz zuerst nach Kiew, lotete Montagmittag im Vieraugengespräch mit Präsident Wolodymyr Selensky aus, wie die Ukrainer die Gefahr bewerten, wo es Verhandlungsbereitschaft gibt.

Für den Kanzler ist es, als ob er eine Wand abklopft, auf der Suche nach einem Fenster zum Frieden.

Das Vieraugengespräch dauert zwei Stunden und 40 Minuten. Geplant waren 30 Minuten. Danach gibt es in der Pressekonferenz für Putin viel Peitsche und ein bisschen Zuckerbrot. Auf diese Taktik setzt der Kanzler gegen den Kreml-Machthaber.

Scholz droht mit „schwerwiegenden“ Folgen

Nord Stream 2 kommt Scholz zwar immer noch nicht über die Lippen, aber er droht Russland mit „schwerwiegenden“ Folgen, sollte es die Ukraine angreifen: „Wir sind zu jedem Tag in der Lage, die notwendigen Entscheidungen zu treffen.“

 

Aber: Scholz und Selensky betonten, dass ein Nato-Beitritt „nicht auf der Tagesordnung steht“.

Außenminister Sergej Lawrow schlägt eine Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen um die geforderten Sicherheitsgarantien des Westens vor. Und Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte: Manche Manöver seien bereits beendet, andere würden sich dem Ende nähern.

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