DONEZK TRAUERT UM ANFÜHRER DER „VOLKSREPUBLIK“

Warum Alexander Sachartschenko sterben musste, ist noch unklar. Die Trauer um den getöteten Separatistenführer im Osten der Ukraine ist hingegen spürbar. Bis hin nach Moskau.

In der Ostukraine haben zehntausende Menschen Abschied von Alexander Sachartschenko genommen. Der in eine Fahne gehüllte Sarg Sachartschenkos wurde in einem Theater in der Rebellenhochburg Donezk öffentlich aufgebahrt. Viele Anhänger standen Schlange, um dem bei einem Anschlag getöteten 42-Jährigen die letzte Ehre zu erweisen. Viele Menschen hatten Blumen dabei und weinten.

„Mutterland – Russland“

Nach Angaben der Stadtverwaltung waren rund 100.000 Menschen auf der Straße. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP schätzte die Teilnehmerzahl auf mehr als 30.000. Uniformierte riegelten das Stadtzentrum ab, der öffentliche Nahverkehr wurde vorübergehend eingestellt. In der Stadt wurden riesige Plakate mit Bildern und Zitaten Sachartschenkos aufgehängt. „Wir haben alle ein Mutterland – Russland“, stand auf einem Plakat.

Sachartschenko, der Anführer der selbsternannten „Volksrepublik Donezk“, war am Freitag bei einer Bombenexplosion in einem Café in Donezk getötet worden. Auch ein Leibwächter Sachartschenkos wurde getötet, zwölf weitere Menschen wurden verletzt. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach den Bewohnern Donezks sein Beileid aus. Der Kreml bezeichnete den Anschlag als Provokation und wertete ihn als Gefahr für den Friedensprozess in der Ostukraine. Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte an, die internationalen Friedensbemühungen würden wegen des Anschlags auf Eis gelegt.

Bislang mehr als 10.000 Tote

Im Osten der Ukraine kämpfen seit April 2014 prorussische Rebellen gegen ukrainische Regierungstruppen. In dem Konflikt wurden bislang mehr als 10.000 Menschen getötet. Die ukrainische Regierung, die EU und die USA werfen Russland vor, die Separatisten militärisch zu unterstützen. Moskau weist dies zurück.

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